Lebensdauer des Trägers ist ein Schlüsselparameter in der Halbleiterphysik, der die durchschnittliche Zeit beschreibt, die Nicht-Gleichgewichtsträger (Elektronen oder Löcher) in einem Material überleben, bevor sie rekombinieren. Sein Wert spiegelt direkt die Qualität und Reinheit des Halbleitermaterials sowie die potenzielle Leistung der Geräte wider. Nachstehend finden Sie eine ausführliche Erläuterung:
1. Grundlegende Definition
Transportunternehmen:
Leitende Teilchen in Halbleitern, einschließlich Elektronen (negative Ladung) und Löcher (positive Ladung). Wenn sie durch Licht, Elektrizität oder Wärme angeregt werden, gehen Elektronen vom Valenzband in das Leitungsband über und erzeugen Elektron-Loch-Paare (d. h. Nicht-Gleichgewichtsträger).
Lebensdauer des Trägers:
Die durchschnittliche Zeit von der Erzeugung dieser Nicht-Gleichgewichtsträger bis zu ihrer Rekombination (Elektronen füllen Löcher), gemessen in Mikrosekunden (μs) oder Millisekunden (ms). Je länger die Lebensdauer, desto höher die typische Materialqualität.

2. Warum ist es wichtig?
Leistung von Halbleiterbauelementen:
- Solarzellen: Je länger die Lebensdauer der Ladungsträger ist, desto mehr Möglichkeiten haben die Elektroden, photogenerierte Elektronen-Loch-Paare aufzufangen, was die Umwandlungseffizienz verbessert.
- Stromversorgungsgeräte (z.B. IGBT, SiC MOSFET): Eine höhere Lebensdauer verringert die Schaltverluste und verbessert die Spannungsfestigkeit.
- Sensoren/Detektoren: Beeinflusst die Reaktionsgeschwindigkeit und das Signal-Rausch-Verhältnis.
Prozessüberwachung:
Eine Verringerung der Lebensdauer kann auf Materialverunreinigungen (wie Metallverunreinigungen), Kristalldefekte oder Prozessschäden (wie übermäßige Ionenimplantation) hinweisen.
3. Faktoren, die die Lebensdauer des Trägers beeinflussen
(1) Intrinsische Materialeigenschaften
- Breite der Bandlücke (Eg): Materialien mit breiter Bandlücke (z. B. SiC, GaN) haben im Allgemeinen kürzere Ladungsträgerlebensdauern (Nanosekunden), während Silizium (Si) Millisekunden erreichen kann.
- Kristallqualität: Einkristallines Silizium hat eine viel längere Lebensdauer als polykristallines Silizium (aufgrund der Rekombination an den Korngrenzen).
(2) Verunreinigungen und Defekte
- Metallverunreinigungen (Fe, Cu, etc.): Schaffung von Rekombinationszentren und Beschleunigung der Trägerrekombination.
Beispiel: In Silizium kann eine Eisenverunreinigung von nur 1 ppb (ein Teil pro Milliarde) die Lebensdauer von 1000 μs auf 10 μs verringern. - Versetzungen/Leerstände: Kristalldefekte fangen Ladungsträger ein und verkürzen ihre Lebensdauer.
(3) Oberfläche und Schnittstelle
- Oberflächenrekombination: Unpassivierte Siliziumwaferoberflächen enthalten baumelnde Bindungen, die als Rekombinationszentren dienen (können mit SiNx/Al₂O₃-Passivierungsschichten unterdrückt werden).
- Oxidschicht-Ladung: SiO₂/Si-Grenzflächenladungen erhöhen die Rekombinationsraten an der Grenzfläche.
4. Messmethoden
| Methode | Grundsatz | Anwendungsszenario |
|---|---|---|
| μ-PCD | Mit Mikrowellen erfasster Zerfall der Photoleitfähigkeit | Online-Schnelltests (Solarsilizium-Wafer) |
| QSSPC | Quasistationäre Lichtleitfähigkeit zur Messung der Diffusionslänge von Minoritätsträgern | Hochpräzise Labormessungen |
| PL (Photolumineszenz) | Ermittelt die Lebensdauer aus der Intensität der bei der Ladungsträgerrekombination emittierten Photonen | Berührungslos, geeignet für dünnschichtige Materialien |
| TRPL (Zeitaufgelöster PL) | Misst die Abklingzeit der Fluoreszenz, um die Lebensdauer direkt zu ermitteln | Bei Halbleitern mit direkter Bandlücke (z. B. GaAs) |
5. Praktischer Fall: Wie sich Quarzröhren auf die Lebensdauer von Trägern auswirken
- Übertragung der Kontamination: Bei hohen Temperaturen kann Na⁺ aus dem Quarzrohr in die Siliziumscheiben diffundieren und Rekombinationszentren bilden → reduzierte Lebensdauer.
- Kristallisationspartikel: Entglasung (Bildung von Cristobalit) in Quarzrohren kann dazu führen, dass sich Partikel ablösen und an der Waferoberfläche haften → erhöhte Oberflächenrekombinationsrate.
Lösung: Verwendung ultrahochreiner synthetischer Quarzrohre (Metallverunreinigungen <0,1 ppm) und Kontrolle der Prozesstemperaturen.
6. Typische Referenzwerte der Industrie
- Silizium-Wafer für die Photovoltaik: >100 μs (PERC-Zellen mit hohem Wirkungsgrad benötigen >500 μs).
- Silizium in Halbleiterqualität: >1 ms (hochohmiges Silizium für integrierte Schaltungen).
- SiC-Epitaxieschichten: ~0,1-1 μs (schnellere Rekombination aufgrund der großen Bandlücke).
Zusammenfassung
Die Lebensdauer von Ladungsträgern ist der “Gesundheitsindikator” von Halbleitermaterialien. Ihr Wert wird durch das Basismaterial, Verunreinigungen, Grenzflächen und die Prozessumgebung gemeinsam beeinflusst. Durch die Optimierung der Reinheit von Quarzrohren, der Qualität der Flanschdichtungen und anderer peripherer Komponenten kann dieser Parameter indirekt erhalten und damit die Leistung der Geräte verbessert werden.
